Zur Erreichung der ambitionierten Ziele, die sich Deutschland im Rahmen der Weltklimakonferenzen in Kyoto 1997 und auf Bali 2007 sowie in den sogenannten Meseberger Beschlüssen zur Reduktion von Treibhausgasen gesteckt hat, trägt das Land NRW durch die Umsetzung einer eigenen Energie- und Klimaschutzstrategie bei. Schwerpunktmäßig soll in Nordrhein- Westfalen der Verbrauch von Energie reduziert und der Anteil erneuerbarer Energien erhöht werden. Weiterhin hat sich das Land vorgenommen, die Effizienz fossiler Energiegewinnung zu steigern sowie die zum Klimaschutz notwendigen Technologien zu erforschen und entwickeln, wofür auch der internationale Technologietransfer forciert werden soll.
Im Rahmen der Ziel2-Förderung werden die Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes durch das Querschnittsziel „Nachhaltige und umweltgerechte Entwicklung“ berücksichtigt. Um die Umweltziele zu erreichen, sind auch die Wettbewerbe, die zur Auswahl der förderfähigen Projekte führen, unter anderem am Energie- und Klimaschutz ausgerichtet. Neben weiteren Kriterien wird der Beitrag jeden Projektes zu einer nachhaltigen und umweltgerechten Entwicklung überprüft und gewichtet. Dadurch hat die Bewertung des Querschnittsziels „Nachhaltige und umweltgerechte Entwicklung“ eine direkte Wirkung auf die Auswahl der Projekte.
Betrachtet man allein die klimaschutzrelevanten Wirkungen der bereits bewilligten Wettbewerbsprojekte, so kann bei 167 von 343 Projekten (Stand 30.06.2009) ein Bezug zum Klimaschutz festgestellt werden. Damit beinhalten knapp 50% der bisher bewilligten Projekte klimaschutzrelevante Aspekte. Diese Projekte wurden in 12 von 24 Wettbewerben prämiert. Dies zeigt, dass nicht nur in thematisch eng verwandten Wettbewerben klimaschutzrelevante Projekte eingereicht wurden. Auch die Themenstellungen der anderen Wettbewerbe waren so angelegt, dass Aspekte des Klimaschutzes integriert werden konnten. Beiträge in den Wettbewerben Produktion.NRW (35 Projekte), Energie.NRW (31) und NanoMikro+Werkstoffe.NRW (28) haben sich dabei als besonders klimarelevant hervortaten.
Betrachtet man die Ziele und Inhalte der Projekte im Einzelnen, so lassen sich diese verschiedenen Zielen des Klimaschutzes zuordnen, die auch der Klimaschutzstrategie NRW zugrunde liegen. So nimmt der Bereich der Steigerung der Energieeffizienz mit 56 Projekten die größte Gruppe der Wirkungsbereiche ein. Bei 42 Projekten steht die Reduktion von Treibhausgasen im Mittelpunkt der Klimaschutzrelevanz, 16 Projekte sind dem Wirkungsbereich Erneuerbare Energien zuzuordnen. Bei knapp jedem dritten Projekt innerhalb der als klimaschutzrelevant eingeordneten Projekte, kann eine indirekte Wirkung auf den Klimaschutz, beispielsweise durch effizientere Produktionsweisen oder Ressourcen sparendere Organisationsmodelle, festgestellt werden.
Betrachtet man umgekehrt, in welchen Wettbewerben die Projekte mit den verschiedenen Wirkungsbereichen des Klimaschutzes eingereicht wurden, so lassen sich direkte thematische Bezüge erkennen: Im Wettbewerb Energie.NRW, für dessen Prämierung die besten Ideen für die effiziente Umwandlung und Nutzung von Energie gesucht waren, wurden insbesondere Projekte im Bereich erneuerbare Energien prämiert. Doch auch alle anderen zur Förderung vorgeschlagenen Projekte dieses Wettbewerbes haben eine direkte Wirkung auf Klimaschutzrelevante Zielsetzungen. Von den Projekten, die ihre Wirkungen auf dem Gebiet der Steigerung der Energieeffizienz entfalten, sind die meisten im Wettbewerb NanoMikro+Werkstoffe.NRW (19) eingereicht worden. Die meisten der Projekte mit indirekter Wirkung stammen aus dem Wettbewerb Produktion.NRW.
Für die klimaschutz-relevanten Wettbewerbsprojekte wurden bislang Bewilligungen ausgesprochen, die Gesamtinvestitionen von 108,7 Mio. € binden. Dies bedeutet, dass 57% der Gesamtinvestitionen aller bisher bewilligten Wettbewerbsprojekte (190,5 Mio. €) in Projekte fließen, die einen direkten oder indirekten positiven Einfluss auf den Klimaschutz haben. Der im Vergleich zum Anteil der Projekte höhere Anteil an den Gesamtinvestitionen verdeutlicht die überdurchschnittliche Komplexität der Projekte mit Klimaschutzbezug.
Auch außerhalb der Wettbewerbe wurde bereits eine Reihe von Projekten mit Klimaschutzrelevanz bewilligt. Dabei ist insbesondere die EnergieAgentur.NRW GmbH mit einer Förderung von ca. 60,7 Mio. € von Bedeutung. Durch ihren Einsatz wird der Klimaschutz vor allem mittels Beratung, Netzwerkbildung und Informationsveranstaltungen gefördert. Die Hauptzielgruppen sind neben den Verbrauchern Unternehmen, öffentliche Verwaltung und die Wissenschaft. Im Projekt „Mein Haus spart“ bietet die Verbraucherzentrale NRW speziell für private Haushalte eine Beratung rund um die energetische Modernisierung an. Für den Zeitraum 2007 bis 2012 wird dieses Projekt mit knapp 17 Mio. € gefördert. Neben diesen großen Projekten mit landesweiter Wirkung werden auch einzelne Projekte mit landespolitischer Bedeutung gefördert, so z.B. der Ausbau des Wasserstoffkompetenzzentrums in Herten oder die Entwicklung eines innovativen seriellen Einachs-Hybrid-Antriebs, ein Kooperationsprojekt zweier Hochschulen und Unternehmen.
Sowohl durch einzelne, durch die Wettbewerbe initiierte Projekte, als auch durch die Projekte mit landesweiter Wirkung wird die Sensibilität für die Aspekte des Klimaschutzes stetig weiter erhöht. So kann durch die Vielzahl der damit angestoßenen Forschungs- und Innovationsprojekten auch in Zukunft mit Fortschritten im Bereich des Klimaschutzes gerechnet werden.
Stand: Juli 2009