Football is coming home - Themenroute FußballKultour
Es gibt einige Regionen, die behaupten, dass sie die Heimat des Fußballs sind: manche aus nachvollziehbaren, manche aus durchschaubaren Marketinggründen. Historische Überlieferungen erster Spiele sprechen unbestreitbar für die Briten. Die Leidenschaft, die Bedeutung für die Region und die Menschen sowie die Dichte von Vereinen und die Anzahl an aktiven Kickern könnte man dagegen durchaus für NRW als Heimat der schönsten Nebensache der Welt ins Feld führen.
Aktuell kommen sieben der deutschen Erstligisten aus NRW, durchschnittlich haben ein Drittel der Bundesligavereine in unserem Land ihre Heimat und nicht weniger als 17 Klubs sind in der ewigen Bundesliga-Tabelle vertreten. Das zweitplatzierte Bundesland Bayern stellt gerade einmal vier von insgesamt 47 Mannschaften, die gegenwärtig oder in der Vergangenheit erstklassig gespielt haben.
Da ist es unausweichlich, dass die „Themenroute FußballKultour“ ihren Schwerpunkt in der (deutschen) Heimat des Fußballs haben wird. Ebenso unausweichlich war daher auch der Sieg im Wettbewerb „Erlebnis.NRW“, der für das Projekt eine Fördersumme von 1,75 Mio Euro aus dem NRW-EU Ziel 2-Programm bedeutet. Ab 2010 wird zwischen Aachen und Bielefeld eine touristische Erlebnisroute entlang aktueller und historischer Sportstätten in NRW sowie Orten mit Fußballgeschichte zur Verfügung stehen. Radfahrer sollen auf einer Länge von 550 und Autofahrer auf einer Länge von 650 Kilometern unter der Berücksichtigung urbaner Highlights „FußballKultour“ erfahren und mitfühlen können.
„Die besondere Innovation des Projekts liegt in der thematischen Verknüpfung von Kultur und Fußball-Sport sowie den Zukunftsperspektiven für zusätzliche touristische Wertschöpfung“, erläutert Dr. Gregor Gdawietz, Geschäftsführer des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbands (WFLV) und geistiger Vater der Deutschen Fußball Route NRW, seine Idee. „Zudem setzen wir auf den Einsatz neuester Technologien“, ergänzt er mit Blick auf das mobile GPS-basierte Besucherinformationssystem, das die Besucher durch die insgesamt beteiligten 15 Städte der Route führen soll.
„Die hohe Wertschätzung und die Begeisterung für den Fußball sowie die mit ihm verbundene Emotionalität beinhalten in besonderem Maße eine positive Aufladung für das Image“, so Gdawietz. Für den Tourismus- und Sportstandort NRW ergibt sich somit ein einzigartiges und völlig neuartiges Angebot. „Das Industrieland NRW wird unter einem durchweg positiv besetzten und auch international wirksamen Thema bereisbar gemacht. So ergeben sich bislang ungenutzte und nachhaltige Zugänge zu den touristischen Attraktionen im Land.“
Nach den Berechnungen der FH Gelsenkirchen kann man die Folgen dieses innovativen Angebots auch in konkrete Zahlen fassen: Die Wissenschaftler erwarten eine regionale Wertschöpfung von 6,3 Millionen Euro pro Jahr, was 211 Jahresarbeitsplatzäquivalenten entspricht.